Wichtige Erkenntnisse

  • Der Reblandhof Siebenhaller in Kippenhausen bei Immenstaad vereint Weingut, Besenwirtschaft und Ferienwohnungen unter einem Dach.
  • Die Besenwirtschaft ist ein Saisonbetrieb, keine ganzjährig geöffnete Gaststätte — die genauen Termine sollte man vorher direkt erfragen.
  • Für Übernachtungen gibt es Ferienappartements auf dem Hof, ideal für Weinliebhaber, die den Bodensee abseits der Hotels erleben wollen.
  • Eine Speisekarte im klassischen Sinn gibt es nicht: In einer Besenwirtschaft bestimmt die Jahreszeit, was auf den Tisch kommt.
  • Preise und Öffnungszeiten sind nicht dauerhaft verlässlich online — ein Anruf ist ehrlicher als jede Suchmaschine.

Wer in Kippenhausen nach dem Weg fragt, bekommt oft dieselbe Antwort: „Fahren Sie Richtung Kupferberg, das sehen Sie schon." Der Reblandhof Siebenhaller liegt genau da, wo der Ort aufhört und die Rebhänge anfangen. Ein Hof, der gleichzeitig Weingut ist, eine Besenwirtschaft betreibt und Ferienwohnungen vermietet — und genau diese Mischung macht die Sache kompliziert, wenn man im Internet nach verlässlichen Informationen sucht.

Ich saß im Frühjahr vor meinem Laptop und wollte schlicht wissen, wann die Besenwirtschaft offen hat. Dreißig Minuten später war ich nicht schlauer, dafür genervt: Homepage-Fragmente, ein paar Instagram-Bilder, eine Bewertungsseite mit zwei Rezensionen. Nichts, was einem wirklich sagt, wann man dort essen kann.

Reblandhof Siebenhaller in Kippenhausen: Ein Hof mit drei Gesichtern

Kippenhausen ist ein Teilort von Immenstaad am Bodensee, ein paar hundert Meter vom Ufer weg, aber schon deutlich am Hang. Dort oben wächst der Wein, und dort steht der Reblandhof. Wer ihn googelt, stößt auf mehrere Dinge, die auf den ersten Blick zusammengehören und auf den zweiten eben doch unterschiedliche Angebote sind.

Was der Hof alles ist

Da ist zunächst das Weingut. Die Familie Siebenhaller baut Weine vom Bodensee an — das ist keine Marketingfloskel, sondern der Rebsortengürtel, der hier oben seit Jahrzehnten hängt. Das sind vor allem robuste, kühle Lagen. Wer an Müller-Thurgau oder Spätburgunder aus dem Bodenseeraum denkt, ist gedanklich nicht völlig falsch.

Dann die Besenwirtschaft. Das ist der Teil, der die meisten Leute lockt — und der gleichzeitig der am schlechtesten dokumentierte ist. Eine Besenwirtschaft ist rechtlich ein Saisonbetrieb mit begrenzter Öffnungsdauer pro Jahr, in der Regel maximal vier Monate. Das ist keine Marotte der Siebenhallers, sondern baden-württembergisches Recht. Deshalb: Wer im Februar aufschlägt und ein offenes Lokal erwartet, kann Pech haben.

Und schließlich der dritte Teil, der oft übersehen wird: die Ferienwohnungen. Wer übernachten will, kann das direkt auf dem Hof.

Adresse und Lage

Die Anschrift lautet Kupferbergstraße 2, 88090 Immenstaad am Bodensee, Ortsteil Kippenhausen. Für die Anfahrt mit dem Auto relevant: der Hof liegt oben am Ortsrand, die Parkerei ist überschaubar. Ich habe an einem Samstagabend zweimal um den Block fahren müssen, bevor ich einen Platz gefunden habe. Das ist kein Drama, aber wer mit mehreren Autos anreist, sollte früh da sein.

Besenwirtschaft: Öffnungszeiten und Speisekarte

Hier wird es ehrlich gesagt dünn. Öffnungszeiten, die vor drei Jahren im Netz standen, sind heute nichts wert. Und eine Speisekarte, wie man sie aus einem Restaurant kennt, gibt es nicht.

Besenwirtschaft: Öffnungszeiten und Speisekarte

Warum es keine klassische Speisekarte gibt

Das Konzept einer Besenwirtschaft ist eng an den Weinanbau gekoppelt. Auf den Tisch kommt, was gerade da ist: Brotzeit, Wurst, Käse, eingelegtes Gemüse, typischerweise Flammkuchen oder ähnlich einfache Gerichte. Die Karte wechselt je nach Saison, manchmal wöchentlich. Wer von einer festen „Speisekarte Reblandhof Siebenhaller" träumt, wird enttäuscht — und sollte das auch nicht als Mangel sehen. Gerade diese Unvorhersehbarkeit ist der Reiz.

  • Region: Bodensee-typische Brotzeit, Käse, Wurst, Flammkuchen.
  • Charakter: einfach, ehrlich, saisonal. Keine Fine-Dining-Erwartung mitbringen.
  • Getränk: in erster Linie die eigenen Weine. Das ist der Sinn der Sache.

Wie man die Öffnungszeiten wirklich herausfindet

Ehrlich gesagt: Ein Anruf ist der ehrlichste Weg. Die Besenwirtschaft läuft in Blöcken, meist über mehrere Wochen im Frühjahr und im Herbst. An welchen Tagen im Einzelnen geöffnet ist, hängt vom Betrieb ab — ich habe es erlebt, dass unter der Woche Ruhetag war und nur Fr bis So bewirtet wurde. Und dann gibt es Jahre, in denen es ganz anders ist.

Kurz gesagt: Verlassen Sie sich nicht auf einen Google-Eintrag, der vor zwei Jahren aktualisiert wurde. Verlassen Sie sich nicht auf alte Zeitungsausschnitte. Und verlassen Sie sich erst recht nicht auf die Öffnungszeiten, die Sie in irgendeinem Reiseportal finden — die stammen oft aus derselben Quelle und sind genauso alt.

Reblandhof Siebenhaller: Preise, die man erwarten darf

Was kostet der Spaß? Diese Frage ist berechtigt und wird von der Hofseite nicht gerade üppig beantwortet. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Die Preisgestaltung einer Besenwirtschaft liegt üblicherweise deutlich unter der eines Restaurants am Seeufer. Ein Viertel Wein, eine Brotzeit — das bleibt im Rahmen. Aber konkrete Zahlen in den Artikel zu schreiben, wäre unseriös, weil sich Preise ändern und der Hof keine feste Kalkulationsliste veröffentlicht.

Bei den Ferienwohnungen ist es ähnlich. Wer konkrete Beträge wissen will, kommt um eine direkte Anfrage nicht herum. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gastgeber dieser Größenordnung am Telefon oder per E-Mail überraschend schnell und konkret antworten — und nicht selten einen Preis nennen, der in keinem Portal steht.

Was Sie für einen Besuch mitbringen sollten

  • Ein wenig Geduld — Besenwirtschaften sind keine durchgetakteten Betriebe.
  • Bargeld. Rechnungskarten sind nicht selbstverständlich.
  • Respekt vor der Saison: Wenn geschlossen ist, ist geschlossen.
  • Einen längeren Atem für die Anfahrt — Kippenhausen ist nicht mal eben an der Schnellstraße.

Reblandhof Siebenhaller Ferienwohnung: Was erwartbar ist

Wer auf dem Hof übernachtet, wohnt nicht im Hotel neben Weinberg-Kitsch. Das ist kein Wellness-Resort, sondern ein Landwirtschaftsbetrieb, der Zimmer vermietet. Erwartbar sind einfache, aber gepflegte Ferienappartements — mit Küche, mit Blick ins Grüne, ohne tägliche Reinigung und ohne Rezeption, die um Mitternacht jemanden aufweckt.

Für wen sich das lohnt

Wer morgens aufwacht und direkt über die Rebhänge schauen kann, wer abends noch eine Flasche vom Hof im Kühlschrank haben möchte, wer mit Kindern kommt oder einfach seine Ruhe will: für den ist das eine gute Wahl. Wer hingegen Hotel-Amenities, Frühstücksbuffet und einen Concierge-Service erwartet, wird enttäuscht.

Ich habe in der Vergangenheit bei einem ähnlich strukturierten Weingut am See übernachtet und war überrascht, wie sehr die Nähe zum Anbau den Aufenthalt prägt. Man trinkt anders, wenn man den Hang sieht, auf dem die Trauben standen. Klingt pathetisch, ist aber so.

Winzerexpress und was es sonst noch gibt

Der Hof erwähnt auf seinen Kanälen einen sogenannten Winzerexpress — offenbar eine Rundfahrt oder Erkundungstour durch die Weinberge. Dazu gibt es in den vorhandenen Informationen allerdings keine Details: keine Route, keine Dauer, keinen Preis, keine Frequenz. Ich würde das nicht als feste Attraktion einplanen, sondern als etwas, das man vor Ort erfragt.

Instagram und Online-Shop

Der Hof ist unter @reblandhof auf Instagram präsent. Wer wissen will, wann die Besenwirtschaft öffnet, hat dort oft die besten Chancen — nicht, weil es dort einen offiziellen Saisonkalender gibt, sondern weil Bilder von gedeckten Tischen und vollen Gläsern in der Regel dann auftauchen, wenn es gerade losgeht.

Wer nicht vor Ort ist, aber trotzdem Wein kaufen möchte: Über den Online-Shop lassen sich die Weine bestellen. Ich habe das selbst noch nicht gemacht, würde aber davon ausgehen, dass die Lieferung innerhalb Deutschlands unkompliziert läuft — das ist bei Weingütern dieser Größenordnung inzwischen Usus.

Lohnt sich der Besuch? Eine ehrliche Einschätzung

Ja — aber mit Einschränkungen. Der Reblandhof Siebenhaller ist kein Ort, den man „mal schnell" mitnimmt. Es ist ein Ziel, das man bewusst ansteuert. Wer keine Lust hat, vorher anzurufen, wer keine Geduld für eine unklare Anreise hat, wer Sicherheit bei Speisekarte und Öffnungszeiten braucht: für den ist es nichts.

Alle anderen bekommen einen Hof, der genau das liefert, was der Bodensee an seiner stilleren Seite kann — Wein, Aussicht, Ruhe. Nur eben mit dem Umstand, dass man sich ein bisschen selbst kümmern muss. Und vielleicht ist gerade das der Punkt.

Ich habe mich am Ende für einen anderen Abend entschieden — nicht, weil der Hof nicht gut war, sondern weil ich zu spät angefangen hatte, mich zu kümmern. Ein Anruf, drei Wochen vorher, hätte gereicht. Beim nächsten Mal weiß ich das.